


Café Glückseligkeit in Wahlweiler // Deggenhausertal
Sonntagmorgen, mieses Wetter, überall Nebel. Mitte Dezember, dazu noch der dritte Advent. Uns stellt sich die Frage: Was machen wir heute? Machen wir überhaupt etwas – und wenn ja, wo scheint heute die Sonne, sodass es sich lohnt, das gemütliche Zuhause zu verlassen?
Mit wir meine ich meinen Mann und mich. Mein lieber Gatte ist derjenige, der gern unterwegs ist und unsere Umgebung mit akribischer Präzision erforscht. Er ist der Zielgeber, findet immer etwas Sehenswertes – und ich bin die Mitreisende. Meistens.
Die Entscheidung fällt: Wir fahren zum Aussichtspunkt auf den Höchsten im Deggenhausertal. Bei schönem Wetter kann man von dort sogar den Bodensee sehen. Von uns aus ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung, also fahren wir los.
Unterwegs halten wir an verschiedenen Dorfläden an und versorgen uns mit Äpfeln, Eiern und Nüssen. Dann geht es weiter Richtung Höchsten.
Kurz davor legen wir einen kleinen Zwischenstopp in Wahlweiler im Café Glückseligkeit ein. Unsere neueste Entdeckung – und es liegt sowieso auf dem Weg.
Die Besitzerin, Martina Kugler, empfängt uns sehr freundlich. Wir haben Glück: Auch ohne Voranmeldung sind an diesem Tag noch Plätze frei.
Es ist noch ruhig im Café, und wir nutzen die Gelegenheit, uns über die Entstehungsgeschichte zu unterhalten.
Martina hat das Café nach rund zweijähriger Vorbereitung im März 2025 eröffnet. Sie ist gelernte Gartentherapeutin und organisiert seit vielen Jahren Jahresfeste. Als sie den elterlichen Hof geerbt hat, entstand ihr Herzensprojekt: ein Café als Ort der Begegnung.
Auf ihrer Homepage https://martinakugler.de schreibt sie:
Was gibt es Schöneres, als an einem Ort zu verweilen, an dem die Zeit für ein paar Minuten oder Stunden stillsteht und man einfach genießen darf?
Genuss in einer schönen Umgebung mit saisonalen und leckeren Speisen, serviert auf wunderschönem Geschirr aus Omas Zeiten – da bin ich glückselig, wenn ich es nur sehe! Wem geht es genauso?
Inmitten im Tal der Liebe, im schönen Wahlweiler, habe ich den Rahmen für einen solchen Ort geschaffen – einen Ort für Begegnungen und Genuss im Rhythmus der Jahreszeiten.
Kommt vorbei und habt eine glückselige Zeit!
Und genau so fühlt es sich an. Ein Ort, an dem man nichts muss, außer da zu sein. Der Nebel draußen verliert an Bedeutung, die Zeit wird langsamer. Für einen Moment ist klar: Manchmal reicht ein kleiner Zwischenstopp, um den Tag – und vielleicht auch ein bisschen sich selbst – neu auszurichten.
Wir fahren später weiter auf den Höchsten. Der Bodensee bleibt an diesem Tag verborgen. Die Sicht gleich null, nur Grau. Also drehen wir nur eine kleine Runde. Mehr braucht es heute nicht.
Der Ausflug wird kürzer als geplant, aber stimmig. Denn manchmal ist es nicht der Ausblick, der zählt, sondern das Davor: ein warmer Ort, ein gutes Gespräch, ein Gefühl von Glückseligkeit.
Das nehmen wir mit nach Hause.