Eine Erinnerung an mich
Kennst du das?
Kennst du diese Zeiten in deinem Leben, in denen du dich verloren und orientierungslos fühlst?
Diese Phasen, in denen sich alles wie blockiert anfühlt, als würde dir die Idee für dein eigenes Leben fehlen?
In denen du dich fragst: Wo soll ich eigentlich mit mir hin?
Genau dort bin ich gerade. In einem Raum, der sich wie ein Vakuum anfühlt.
Ein Schwebezustand, in dem der Boden unter den Füßen fehlt.
Ich bin jemand, der viel ausprobiert hat, vieles gelernt, unterschiedliche Jobs gemacht hat.
Wenn sich etwas für mich stimmig angefühlt hat, bin ich geblieben. Wenn nicht, bin ich weitergegangen.
Für viele Menschen um mich herum war das oft unverständlich.
Für mich war es immer richtig.
Früher habe ich mich dafür manchmal verurteilt.
Ich habe mich gefragt, ob mit mir etwas nicht stimmt, weil ich an einer Sache nicht jahrelang festhalte.
Es gibt Menschen, die finden eine Arbeit und bleiben ihr ein halbes Leben lang treu.
Dieser Mensch bin ich nicht.
Und das ist in Ordnung. So bin ich – und so lebe ich.
Vor einigen Monaten habe ich eine Arbeit gekündigt, die mich von Anfang an nicht erfüllt hat.
Ich war nicht traurig, als ich ging. Eher erleichtert.
Die Zeit verging, und nach etwa drei Monaten kam der Impuls, mich nach etwas Neuem umzuschauen.
Ich habe mich auf zwei verschiedene Stellen beworben – ohne große Erwartungen. Mal sehen, dachte ich.
Das erste Vorstellungsgespräch war schnell eindeutig.
Das Gespräch war unerquicklich, meine innere Stabilität kippte zunehmend und nach etwa zehn Minuten lag eine unangenehme Stille im Raum.
Da wusste ich bereits, dass es auf beiden Seiten zu keinem Arbeitsverhältnis kommen würde.
Die offizielle Absage kam vier Wochen später.
Das zweite Vorstellungsgespräch hingegen lief sehr gut.
Wie vermutet erhielt ich eine Woche später eine Zusage.
Doch als zwei Wochen danach die Vertragsunterlagen eintrafen, wusste ich plötzlich ganz klar:
Das ist es nicht.
Ich hätte mich zu sehr verbiegen müssen, um einer fremden Idee zu dienen.
Es hätte ein hohes Maß an Engagement erfordert – an sich nichts Schlechtes.
Doch die Entlohnung stand in keinem Verhältnis dazu. Ich habe mich gegen diese Beschäftigung entschieden.
Und dann fiel ich in ein emotionales Loch.
Das hat mich überrascht, denn diesen Zustand kannte ich so von mir nicht.
Plötzlich erschien mir alles sinnlos, und ich fragte mich:
Bekomme ich überhaupt noch etwas auf die Reihe? Was ist los mit mir?
Und dann gerade heute (wie der Zufall so will) habe ich auf Instagram einen Post einer Freundin gesehen.
Sie hatte ein Karikaturbild von sich geteilt – mit dem Text:
Everyone, play along! Go to ChatGPT and use this prompt:
“Create a caricature of me and my job based on everything you know about me.”
„Na gut“, dachte ich.
Mit ChatGPT schreibe ich ohnehin ab und an und ich war neugierig, was dabei herauskommen würde.
Und siehe da: gar nicht schlecht.
Obwohl der heutige Tag richtig mies war, hat dieses Bild mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Plötzlich wurde mir klar, dass alles genau so richtig ist, wie es gerade ist.
Dass auch zähe Zeiten ihre Berechtigung haben. Und dass sie vorübergehen.
Auf dem Bild sitze ich schreibend an einem Tisch, gekleidet in meinem geliebten Vintage-Stil.
Und ich strahle !!!
Dieses Strahlen ist mir in letzter Zeit ein wenig abhandengekommen, dachte ich. Doch eigentlich war es nie weg.
Diese Karikatur hat mich daran erinnert,
dass ich genug bin, so wie ich bin.
Dass ich mich nicht neu erfinden muss. Dass nichts repariert werden muss.
Nur wieder bei mir ankommen.
Und dass das Leben mir den Weg zeigen wird –
nicht, wenn ich suche, sondern wenn ich bei mir bleibe und es zulasse.
Und genau dort beginnt der Weg. ❤️